BESCHREIBUNG EINER ERSTEN TONFELDSTUNDE
Fall Peter: 8 Jahre, Integrationsklasse, Sonderschulstatus
"Da werde ich gleich mal zu graben beginnen"
Das Tonfeld liegt noch mit einer Plastikfolie bedeckt auf dem Tisch, als Peter mit seiner Mutter zur ersten Stunde in meine Werkstatt kommt. Noch sind wir mitten im Vorstellen und Begrüßen, da liegt Peters Hand bereits wie festgeklebt auf dem noch mit Plastik zugedeckten Tonfeld. Peter scheint vom Tonfeld ganz stark angezogen zu sein. Seine Mutter möchte noch die vielen Schwierigkeiten, die sie selbst durch ihre Lebensgeschichte begleiteten, loswerden. Da ich aber Peters Auskoppelungstendenzen bemerke, bitte ich sie, mir Peter einfach einmal zu überlassen. Gleichzeitig lade ich sie ein, diese erste Stunde anwesend zu bleiben.
Nachdem sich die Mutter in den hinteren Teil des Raumes ohne Blickkontakt zu Peter zurückgezogen hatte, versuchte ich mit Peter übers Anziehen der Werkstattschürze in Kontakt zu kommen. Peter nahm von der Werkstatt überhaupt keine Notiz. Das einzige, das er im Raum wahrnahm, war das noch zugedeckte Tonfeld . Er wollte ins Feld!
Sofort kamen wir ins Plaudern und er konnte es kaum erwarten, dass er endlich ins Tonfeld durfte. Mit raschen, flüchtigen Bewegungen fuhr er das gesamte Tonfeld kurz ab. Die Antwort auf seine Frage, was er denn tun könne, wartet er nicht ab.
"Das fühlt sich ja toll an! Da werde ich gleich mal zu graben beginnen!"
posaunt ein äußerst vitaler Kerl mit großer Vorfreude. Ein Finger sticht ein Loch, in dieses bläst Peter, danach verstreicht er dieses. Die Lust am Handeln ist demnach vorhanden, aber die Tendenz der Verhinderung bereits impliziert.